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«Wenn es den Tieren gut geht, geht es auch dem Zolli gut!» Dies war der durchaus sehr ernstgemeinte wichtigste Satz in der Einführung von Zolli Direktor Olivier Pagan, bevor er das Wort an Frau Dr. Heidi Rodel und Frau Friederike von Houwald weitergab.

Frau Rodel (links) und Frau von Houwald erklären die neue und alte (rote Umrandung) Anlage (c) P. Karger
Die neue Scheibe wurde eingesetzt. Das Wasser wird bis zur roten Marke reichen (c) P. Karger

Die beiden Damen informierten über den Fortschritt der neuen Pinguinanlage. Alles ist in der Zeit, die Bauarbeiten sind seit meinem letzten Artikel vom Juli 2018 ein grosses Stück weiter vorangeschritten. Um wieviel grösser die Anlage werden wird sahen wir bei einer kurzen Begehung der Baustelle. In Zahlen sind dies 150m2 (100m2 Land und 50m2 Wasser) was in etwa eine Verdreifachung der jetzigen Fläche ist. Das neue grosse Fenster, dass im Moment gerade eingesetzt wird, lässt die Vorfreude auf die neue Anlage wachsen. Dieses Fenster, das zur Hälfte die Unterwasserwelt zeigt, wird dem Zolli Besucher die putzigen Tiere noch näher bringen. Die ca. 30 Tiere werden Anfang Dezember aus Wuppertal zurück nach Basel kommen. Erstaunlicherweise haben sie sich kaum mit den dort lebenden Pinguinen vermischt, nur ein Tier hat einen Partner aus der fremden Gruppe gewählt. Es kommen also fast alle Tiere nach Basel zurück und so hofft man auch, dass sie sich schnell an die Anlage gewöhnen und auch bald auf ihre Spaziergänge durch den Zolli antreten möchten. Diese werden, wenn es den Tieren passt (sie sich eben wohl fühlen) ab ca. Ende Dezember wieder stattfinden.

 

Die Mufflons spazieren in die neue Anlage, die Anführerin voraus      (c) P. Karger

Bei den Mufflons, die seit über 100 Jahren im Zolli gehalten werden gab es auch eine umfassende Vergrösserung der Anlage, notabene fast zum Nulltarif. Zum ersten Mal kann diese jetzt zweigeteilt werden. So kann das Tierpflegepersonal jeweils eine Hälfte der Anlage reinigen, ohne dass sie einen Angriff eines Widders fürchten müssen. Die Herde besteht aus sieben weiblichen Tieren und zwei Widdern. Letztere können durchaus auch einmal aufeinander losgehen oder sich mit aufgehängten Baumstämmen und eben auch mit den Tierpflegern anlegen. Wenn sie es also im Zolli laut knallen hören, dann kann dieses Geräusch von der Mufflon-Anlage her kommen. Wie bei Schafböcken und anderen gehörnten Tieren ist es jedes Mal erstaunlich mit welcher Wucht sie ihre gebogenen Schneckenhörner aufeinander krachen lassen und dabei keinen Schaden davon tragen. Beim ersten Mal als die Wildschafe auf das neue Waldartige Gelände gelassen wurden machten sie sich auch über die Rinde der dort stehenden Bäume her. Also mussten die ungeduldigen Tiere nochmals ein paar Tage warten bis entsprechende Baumschutzmassnahmen getroffen wurden. Es lohnt sich jetzt um so mehr bei diesen schönen Tieren ein wenig länger zu verweilen und sie auf weichem Untergrund oder auf ihrem angestammten Felsen in der alten Anlage zu beobachten. Auch hier gilt der Anfangssatz; der Zolli tut alles damit es den Tieren wohl ist. Mit der neuen vergrösserten Anlage wird es auch interessanter für die Tiere und sie haben mehr Beschäftigungsmöglichkeiten.

 

So soll das Ozeanium von Aussen aussehen (c) Zoo Basel

Das Ozeanium ist auf gutem Wege. Stolz durfte Jean-Nicolas Fahrenberg, Verwaltungsrat des Zolli (Leiter Fachgruppe Finanzen, Fundraising und Personal) von einer weiteren grossen Spende berichten. Ein anonymer Spender aus Genf hat CHF 5 Mio. zugesichert. Damit hat der Zolli für das so wichtige 100 Mio. Projekt bereits knappe CHF 57 Mio. gesammelt. Auch politisch ist das Meeresaquarium einen kleinen Schritt weiter. Die vorberatende Bau- und Raumplanungskommission (BRK) hat den Bebauungsplan mit 8 zu 1 Stimmen bei zwei Enthaltungen zur Annahme empfohlen. Neben der BRK haben sich auch die Umwelt-, Verkehrs- und Energiekommission (UVEK) und die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) mit dem Ozeanium auseinandergesetzt.

Die Sicht auf eines der grossen Aquarien (c) Zoo Basel

Der Zolli Direktor Olivier Pagan sagt:  «Wir freuen uns, dass die Kommissionen anerkennen, dass wir mit dem Ozeanium nicht nur im Sinne unserer Philosophie der Umweltbildung nachkommen und die Besucherinnen und Besucher für den Schutz der Meere sensibilisieren, sondern auch den «Unort» Heuwaage aufwerten», «Jetzt hoffen wir, dass der Grosse Rat das Projekt ebenfalls unterstützen wird». Bereits am 17. Oktober wird dieser voraussichtlich über den Bebauungsplan zum Ozeanium beraten. Die Direktion des Zolli ist zuversichtlich, dass diese Beratung positiv ausfällt und die Mehrheit des grossen Rats den Kommissionen folgt. Man kann gespannt sein was das Volk zu einem späteren Zeitpunkt zum Referendum (seitens der der Fondation Franz Weber bereits angekündigt) sagen wird. Es ist zu hoffen, dass auch die Basler Bevölkerung mit einem grossen Mehr diesem für unsere Stadt so wichtigen Projekt zustimmen wird. „Wichtig zu wissen ist, dass das Ozeanium den Steuerzahler nichts kostet, weder beim Bau noch beim Unterhalt“ betont Nicolas Fahrenberg.

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