Mutlos, einfallslos, ohne Fantasie und weder Grün noch Liberal!
Das ist die Kurzfassung zum Massnahmenmix der Regierung im Zusammenhang mit der neuen Mobilitätsstrategie.

Eine Strategie – zumal sie bis 2050 greifen soll – müsste mutig sein, sie sollte neue Entwicklungen berücksichtigen und sie müsste, im Falle einer kantonalen Strategie, die ganze Bevölkerung einschliessen! Was Frau Keller und ihr Departement präsentieren hat nichts von alle dem. Kommt dazu, dass nur 53.5% der teilnehmenden Bevölkerung in besagter Abstimmung „Ja“, gesagt haben, dass sind immerhin 46.5% „Nein“ stimmende und das bei einer Stimmbeteiligung von nicht einmal 50%.

 

Mutlos:
Schon lange versucht das BVD mit Hilfe von Fahrrädern, sehr gerne von grossen Cargo- und Kindertransportbikes, die Autos zu verdrängen. Damit kreiert das Amt vorallem Streitigkeiten und böse Szenen im Verkehr. Schön, wenn mehr per Velo transportiert wird, gut wenn Kinder dieses tollen Verkehrsmittel von Klein auf kennen und vielleicht sogar gerne haben. Aber mit der unkritischen Bevorzugung fördern die sogenannten Spezialisten, bei den Velofahrenden, dass sie alle anderen Verkehrsteilnehmenden (von den zu Fussgehenden über die ÖV, den MIV bis Schwerverkehr) verurteilen und als Gegner ansehen. Wo Velostrassen angeschrieben werden, müssen auch Verkehrsachsen die andere Teilnehmer bevorzugen entstehen. Eine Entflechtung hilft die Konflikte zu lösen, ausser man will Autos behindern. Es gibt keinen Grund mit dem Velo, zum Beispiel die Achse Bundesplatz, Allschwil auf der Hauptstrasse zu fahren. Wer kommt auf die Idee, Parkplätze wegen der Sicherheit für die Zweiräder abzuschaffen und sich gleichzeitig gegen Helme einzusetzen? Mutig wäre es dem Spruch vom „Stadtgerechten Verkehr“ nachzukommen und das „Miteinander“ zu fördern!

Einfallslos, ohne Fantasie:
Mehr öffentlicher Verkehr ist doch eine gute Idee. Wo aber bleibt die Innovation. Schienengebundene Fahrzeuge sind nach den Pferdetrams die älteste mögliche ÖV-Infrastruktur. Sie bedingen, sich wiederholende und teure Investitionen. Gerade in Basel, mit seinen engen Gassen und einer Fussgängerzone, die wegen dem ÖV keine ist, müssten sich die Planer doch auf neue Techniken einlassen. Metz, Hamburg und Yibin in China machen es vor, sie betreiben Schienenlose und teilweise autonom fahrende Strassenbahnen oder Busse. Diese „Trams auf Rädern und ohne Oberleitung fahren mit Induktion und brauchen keine Schienen und Weichen die alle 5 Jahre mit grossem Aufwand erneuert werden müssen. Warum müssen eigentlich 8 Linien durch die Innerstadt fahren, die Hauptachse Aeschenplatz bis Claraplatz verschandeln und den Aufenthalt für alle andern Verkehrsteilnehmenden gefährlich machen.
Fantasievoll wäre ein Umdenken. Was wenn es anstatt der Trams und Busse in der Stadt, gedeckte Fussgängerbänder gäbe. Die könnten anstelle der Tramschienen verlaufen, würden also keinen zusätzlichen Platz wegnehmen. Sie wären Gratis und würden zu den entsprechenden Umsteigepunkte (Aeschenplatz, Claraplatz, Universität und so weiter) führen. Alle reden immer von der Vorreiterrolle Basels, wo ist sie denn im gemeinsamen Verkehr?
Ist das mit den Rollbändern zu futuristisch? Wie wäre es mit Elektrokleinstbussen, die, bis es anders geht mit Chauffeusen und Chauffeuren, regelmässig durch die Stadt fahren? Ein einfacher Ein- und Ausstieg ermöglicht es das Fahrzeug überall zu benutzen. Das wäre eine Vorreiterrolle!
Übrigens, gerade wurde festgestellt, dass die Behindertengerechten Kaphaltestellen keine gute Lösung sind. Dummerweise (mehr will ich nicht unterstellen) dauert es jetzt eine sehr lange Zeit um die bessere Lösung, ÖV mit Schiebetritten, umzusetzen. Das kennen wir schon von der Abschaffung der Trolleybusslinien. Vielleicht wäre es einfach gut von der eigenen Ideologie wegzukommen und „für“ alle zu denken.

Weder Grün noch Liberal:
Einfach Velos bevorzugen und Parkplätze mit Elektrotankstellen, unterirdischen Abfallsammelstellen und was den Verdrängern noch so alles in den Sinn kommt, vollzustellen hat nichts mit Grün zu tun. Wer mit seinem Fahrzeug in die Stadt muss (wer macht das heute noch ohne triftigen Grund) der fährt Kilometerlange Umwege, um ans Ziel zu kommen. Dabei steht er an jeder Ampel und behindert dadurch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Wie wäre es, grüne Wellen und gute Parkmöglichkeiten zu schaffen. Wer schnell von A nach B kommt, spart Energie und die Nerven aller und es wird deswegen nicht mehr Verkehr geben.
Grün ist, die beste Lösung für die Umwelt! Verbote und Behinderungen um „Grün“, als Religion durchzusetzen ist aber der falsche Ansatz. Grün sind wir alle gerne, wenn wir dürfen, können und nicht „müssen“.
Liberal ist es Kompromisse zu finden. Verbote und Behinderungen eines Teiles der Bevölkerung widersprechen dem Liberalismus. Lösungen mit allen zu suchen und Kompromisse einzugehen, das muss das Zeil der Personen sein, die sich dem Liberalen zuschreiben.

Noch eins:
Im Entwurf „Vernehmlassung-MobStrat-Entwurf Mobilitaetsstrategie“ führ der Regierungsrat folgende Statistik:

Es ist ganz deutlich zu sehen, wie der Motorisierte Verkehr abnimmt. Die Menschen brauchen Ihr Auto also immer weniger und der Anteil von E-Autos steigt steil an. Es müsste allen klar sein, dass diese abnehmende Kurve sich mit der Zeit abflacht und nie ganz auf null kommen wird. Lohnt es sich also wirklich mit Verboten, Behinderungen und teuren, unnötigen Massnahmen, also mit aller (Staats)Gewalt diese Null anzustreben? Wäre es nicht viel besser eine positive Stimmung zu schaffen. Ein Miteinander der ganzen Bevölkerung, der Wirtschaft und nicht zuletzt der Politik. Das würde Basel voranbringen

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