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Die Tiere fühlen sich im neuen Teil der Anlage wohl (c) P. Karger

Seit Sonntag sind sie zurück aus Wuppertal, die Esels- und Königs-Pinguine.  Bis auf drei Königspinguine sind alle Erwachsenen Basler-Pinguine zurückgekommen. Die Basler-Jungtiere sind in Wuppertal geblieben. Dafür kamen die aus Wuppertal nach Basel. So ist eine gute Durchmischung der Gene gewährleistet. Die knapp 5-stündige Fahrt haben alle Tiere sehr gut überstanden, sie kamen gesund und unversehrt in Basel an. Bereits am Samstagabend ist der Pinguin-Tierpfleger Markus Bracher nach Wuppertal gereist und hat am Sonntag beim Verladen der Tiere geholfen. Die Fahrt dauerte von 10:15 bis 16:30 und war sehr gut geplant, es fuhr sogar ein Extrafahrzeug mit, das bei den Kreuzungen und Ausfahrten so fuhr, dass der Transporter nie abrupt Bremsen oder die Fahrtrichtung wechseln musste. Die Aluminiumkisten wurden mit Pads gekühlt und Messungen ergaben, dass die Temperatur bei den Tieren wirklich tiefer war. Die Zollformalitäten waren schnell erledigt, alles lief einfach und Problemlos. Kaum in Basel angekommen konnten die Schieber der einzelnen Käfige gezogen werden und die Tiere gingen durch dieselbe Tür, die für die Spaziergänge nach draussen führt in ihre neue Anlage und haben diese sofort erkundet.

 

Die alte Anlage, mit der Tür im Hintergrund (c) P. Karger

Diese Anlage verfügt über 2 Mal mehr Land und ca. 1.3 Mal mehr Wasser als die alte Anlage. Sowohl die Temperatur der Luft als auch des Wassers sind neu bei 8o Celsius, so fühlen sich die Frackträger am wohlsten. Für das Wasser ist zudem eine Filteranlage installiert so kann Zolli auch Energie sparen. Die Anlage wurde aber nicht wie angenommen werden könnte vergrössert, weil die Tiere sich dann wohler fühlen würden. Sie wurde darum viel grösser, damit der Zolli den Vögeln eine Anlage bieten kann, die so nahe wie möglich an der Natur ist. Das bis jetzt einmalige Konzept für die neue Anlage erlaubt es zwischendurch die Eltern von den Jungvögeln zu trennen. Dies entspricht der Natur. In der Antarktis leben die Jungvögel während der Winterzeit in grossen Kindergärten und werden, weil das Wasser weit weg ist und es im Winter wenig Fische gibt, selten gefüttert. Sie nehmen ab und werden erst im Frühling zu regelrechten übergewichtigen Jugendlichen herangefüttert. In der Mauser bekommen sie dann die schwimmfähigen Federn und der Körper wird zum dem Tier das wie ein Torpedo durch Wasser flitzen kann. In der alten Anlage haben die Eltern jedesmal, wenn sie ihr Futter bekommen haben, dies direkt den Jungen weitergegeben und selber kaum gefressen. Das führte dazu, dass die Jungen regelmässig zu dick und die Eltern zu dünn waren. Jetzt können die Pfleger die Eltern von den Tieren trennen und sie je nachdem ein paar Stunden bis zu einigen Tagen auseinanderhalten. Der Zolli erhofft sich so eine Normalisierung der Gewichte von Jung und alt. Getrennt werden die Tiere über zwei Türen, eine an Land und eine im Wasser. Die Trennmauer ist so gebaut, dass sie auch akustisch trennt und die Eltern die Jungen nicht hören. Je nachdem kann dann auch die Tür an Land zugemacht und die im Wasser offengelassen werden. Die Grösse der alten Anlage, das zeigten die enorm guten Zuchterfolge des Zolli, war ausreichend. Pinguine brüten am liebsten in sehr grossen Gruppen. Wenn die Anlage also zu gross ist, verteilen sich die Vögel zu sehr und fühlen sich nicht mehr wohl genug um zu brüten. Bei Pinguinen ist es so, dass die einzelnen Vögel immer versuchen in der Mitte einer Gruppe zu stehen, weil Sie dort am ehesten von Fressfeinden geschützt sind. Der Zolli stellt übrigens den Eselspinguinen die alten, bodenebenen Nischen zum Brüten zur Verfügung und für die Eselspinguine gibt es erhöhte Stellen, die diese gerne für Ihre Brut nützen. 

Wenn Sie im Zolli sind, beobachten Sie einmal wie die Tiere ins Wasser gehen, die Königspinguine tun dies mit einem Sprung, die Eselspinguine gehen gerne im seichten Wasser, bis sie schwimmen können. Für beide Arten gibt es ideale Einstiegsmöglichkeiten. Apropos, wenn sie zuschauen, werden Sie besonders in den ersten Tagen sehen, dass die Tiere das Wasser beobachten bevor sie reingehen. Dies ist angeboren und schützt sie vor ihrem grössten Feind dem Seeleoparden.

Die Trenntür unter Wasser ist im Moment offen (c) P. Karger

 

Bereits am letzten Dienstag haben die Pfleger den Tieren angeboten mit ihnen auf den Spaziergang zu gehen und einige der Vögel haben das gerne angenommen. Eigentlich wollte man den Pinguinen etwas Zeit lassen, bis zu den beliebten Spaziergängen, da diese sich aber scheinbar sehr schnell an die Anlage gewöhnt haben, finden die Spaziergänge jetzt schon statt. Die Tiere werden aber nicht zum Spazieren gezwungen wer drinnen bleiben will kann das tun.

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