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Sie können fliegen, und es gibt kein System, das sie zurückhält. Trotzdem bleiben sie scheinbar gerne im Zolli. Die Rede ist von den 25 Perlhühner die am Rande von «Tembea» der Elefantenanlage leben. 20 dieser interessanten Vögel sind am 7. September neu in den Zolli gekommen und durften nach einer 14-tägigen Quarantäne -es sollen ja nur gesunde Tiere im Zolli leben – und nach einer Woche Angewöhnung im Stahl, zu der bereits bestehenden Gruppe dazu gestossen. Erst gab es einige kürzere Ringkämpfe, die Rangordnung musste geklärt werden! Seither geht die Gruppe gemeinsam auf Entdeckungstour. Auch wenn sie schlechte Flieger sind und das scheinbar auch nicht sehr gerne tun, machen sie immer wieder Erkundungstouren über den Grossen Graben hinaus. Oft sind sie auf der Grossen Wiese gegenüber der Elefantenanlage zu sehen, wo sie sich genüsslich auf Nahrungssuche machen. Obwohl sie weiter fliegen und vor allem weiter gehen könnten tun sie das nicht, sie scheinen sich dort wo sie sind sehr wohl zu fühlen. Ihr soziales Medium ist ihre laute Stimme. Sind einzelne Tiere von der Gruppe getrennt,

Perlhühner spazieren selbstständig durch den Zolli (c) Zoo Basel

dann geben sie entsprechende Töne von sich um herauszufinden wo und wie weit weg die Gruppe ist. Hat ein einzelner Vogel etwas Interessantes gefunden, ruft er die anderen Tiere der Gruppe zu sich. In der Wildnis trifft man die Perlhühner oft in der Nähe von Elefanten wo sie in deren Dung nach Maden und Samen suchen, diese Verhalten kann auch im Zolli beobachtet werden. Ansonsten interessieren sich die Dickhäuter genausowenig für die Vögel wie umgekehrt. 
Die Zolli-Perlhühner kommen aus dem Burgers-Zoo Arnhem in Holland und deren Vorfahren wurden in einer Nutztier-Zucht gekauft. Diese Tiere sind also wie so viele andere im Zolli auch, gar nicht mehr aus der Wildnis gefangen worden. Sie helfen aber die genetische Vielfalt der Weltweiten Population zu erhalten. Übrigens; wie viele Vögel zu welchem Geschlecht gehören, wissen die Tierpfleger nicht, vom Aussehen her gibt es bei dieser Vogelart keine Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein.

Hirsch oder Kuh?

 

Geht man bei den Rentieren vorbei, sieht man im Moment ein einziges Tier ohne Geweih. Es ist aber nicht so, dass dies das einzige weibliche Tier unter vielen männlichen Tieren ist. Ganz im Gegenteil vor ein paar Wochen noch hatte der Hirsch ein staatliches (beide Teile des Geweihs wiegen zusammen ca. zehn Kilo) oft verzweigtes Gebilde auf dem Kopf. Sobald aber die Paarungszeit vorbei ist verliert der Stier diesen Kopfschmuck und muss plötzlich überall in der Gruppe hinten anstehen. So ist zu beobachten, dass er im Moment als letzter zur Futterstelle und sich auch sonst nicht viel erlauben darf. Innerhalb von einem Jahr wächst das Geweih wieder nach und jedes Jahr und wird immer etwas grösser als das Vorherige. Auch die weiblichen Tiere verlieren ihr sehr viel kleineres Geweih, dies aber erst im Frühjahr. Die einzige zum Haustier gewordene Hirschart hält extrem tiefe Temperaturen gut aus. Im Winter wächst ihnen eine Art warmes Unterhemd das besonders dichte kurze Wollhaare hat und die darüber liegenden längeren Deckhaare sind hohl, die darin eingeschlossene Luft hilft bei der als Wärmedämmung. Mit ihren flachen und breiten Klauen haben diese Tiere nicht nur so quasi Schneeschuhe an den Füssen und kommen so sehr gut voran, sie können damit auch den Schnee zur Seite räumen und so ihr Essen finden. In der Wildnis schließen sich die Tiere zu riesigen Herden zusammen. Teilweise sind diese Herden bis zu 100.000 Tiere gross. Mit 5000 km bewältigen sie die längsten Wanderungen von Landessäugern überhaupt. Wer gut hinhört vernimmt ein klicken, wenn ein Ren geht. Dieses Klicken erzeugen Sie mit einer Sehne die sich über Knochenvorsprünge beim Fuss spannen. Wofür diese Klicken gut ist, ist noch nicht richtig erforscht. Man weiss aber, dass dominante Tiere lauter klicken.

Die Zolli Kuratorin Friederike von Houwald erklärt das kürzlich abgeworfene Geweih, das vom Kurator Adrian Baumeyer gehalten wird. (c) P. Karger

Übrigens, wenn sie jetzt in der Weihnachtszeit wieder überall die Rentiere vor dem Santiglaus-Schlitten sehen, denken Sie daran: Rudi kann das sicher nicht sein! Die männlichen Tiere verlieren eben im Winter ihr Geweih. Der Santiglaus hat sich also für seinen Schlitten einige Rentierkühe herausgesucht die ein besonders schönes Geweih haben!

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