{"id":613,"date":"2018-12-18T10:40:19","date_gmt":"2018-12-18T10:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/basler-blog.ch\/?p=613"},"modified":"2018-12-18T10:41:12","modified_gmt":"2018-12-18T10:41:12","slug":"kultur-wird-vermess-und-verwertbar-der-neue-kulturvertrag-zwischen-den-beiden-basel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/basler-blog.ch\/?p=613","title":{"rendered":"Kultur wird vermess- und verwertbar!  <em><span style=\"font-size: 12pt;\">Der neue Kulturvertrag zwischen den beiden Basel<\/span><\/em>"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">An der Medienkonferenz vom 17.12.2018 sind die Kulturdirektorin Monika Gschwind und Elisabeth Ackermann vereint aufgetreten. Sie haben\u00a0 den neuen Kulturvertrag der beiden Basel als den grossen Wurf dargestellt. Dabei ist der Vertrag noch gar nicht in trockenen T\u00fcchern. In beiden Kantonen hat erst die Vernehmlassung angefangen. In Basel-Stadt wurde diese an 36 Institutionen verteilt. Es wird sich zeigen wie der neue Vertrag ankommt, die Vernehmlassung soll bis am 17.3.2019 (ausgerechnet in der Fasnachtswoche!) abgeschlossen sein. Angesprochen werden die 3 Gemeinden, 10 politische Parteien, die Finanzkontrolle des Kanton Basel-Stadt, das Komitee &#8222;F\u00fcr eine nachhaltige Kulturpartnerschaft BS\/BL&#8220; und die 17 Institutionen, die Basel-Stadt als unterst\u00fctzungsw\u00fcrdig ansieht.<\/p>\n<figure id=\"attachment_611\" aria-describedby=\"caption-attachment-611\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"wp-content\/uploads\/2018\/12\/Die-Regierungsr\u00e4tinnen-umgeben-von-Ihren-Kulturleiterinnen1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-611 size-medium\" src=\"https:\/\/basler-blog.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Die-Regierungsr\u00e4tinnen-umgeben-von-Ihren-Kulturleiterinnen1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/basler-blog.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Die-Regierungsr\u00e4tinnen-umgeben-von-Ihren-Kulturleiterinnen1-300x200.jpg 300w, https:\/\/basler-blog.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Die-Regierungsr\u00e4tinnen-umgeben-von-Ihren-Kulturleiterinnen1-768x512.jpg 768w, https:\/\/basler-blog.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Die-Regierungsr\u00e4tinnen-umgeben-von-Ihren-Kulturleiterinnen1-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-611\" class=\"wp-caption-text\"><em>Die Regierungsr\u00e4tinnen umgeben von Ihren Kulturleiterinnen: von Links Esther Roth, Leiterin kulturelles.bl \/ Regierungsr\u00e4tin Monica Gschwind \/ Regierungsr\u00e4tin Elisabeth Ackermann \/ Katrin Gr\u00f6gel, Co-Leiterin Abteilung Kultur\u00a0 \u00a0 \u00a0(c) Philip Karger<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die grossen \u00c4nderungen sind schnell aufgez\u00e4hlt: Basel-Landschaft bezahlt eine pauschale Abgeltung der kulturellen Zentrumsleistungen von CHF 9.6 Millionen pro Jahr. Dieser Betrag \u00e4ndert sich nur, hinsichtlich der Teuerung, ist also faktisch eingefroren und soll dem Kanton Basel-Landschaft helfen Diskussionen um die Zentrumsleistungen in der Kultur zu unterbinden. Bis anhin wurde der Betrag bestimmt, indem man jeweils ein Prozent aus den Steuereinnahmen der nat\u00fcrlichen Personen einsetzte. Ob es dadurch wirklich weniger Diskussionen gibt, wird sich zeigen.\u00a0 Die zweite grosse \u00c4nderung, es werden nur noch die drei Institutionen, die mit den meisten Besucherinnen und Besuchern aus dem Kanton Basel-Landschaft ber\u00fccksichtigt. Erhoben werden diese Zahlen vom Statistischen Amt Basel-Stadt, dass die Zahlen per Umfragen eruiert. Damit ist klar, dass sich auf absehbare Zeit das Theater Basel, die Kaserne Basel und das Sinfonieorchester Basel den Topf der 9.6 Millionen Franken aus dem Baselbiet aufteilen werden. Es sei aber nicht so, betont Regierungsr\u00e4tin Ackermann, dass die anderen 14 Institutionen kein Geld mehr bekommen, einfach eben nicht mehr vom Kanton Basel-Landschaft, sondern von dem, Geld, das Basel-Stadt an den drei grossen Institutionendurch den Zustupf der Baselbieter spart. Den Institutionen, die unterst\u00fctzt werden, wird es relativ egal sein wo her das Geld f\u00fcr die Unterst\u00fctzung kommt. Diese Regelung ist ein Entgegenkommen an den Landkanton, damit dieser seine Unterst\u00fctzung gegen\u00fcber Politik und Bev\u00f6lkerung einfacher rechtfertigen kann. Die dritte \u00c4nderung ist die Art der Auszahlung, diese erfolgt ab Inkrafttreten des neuen Vertrags im Jahr 2022 nicht mehr direkt vom Nachbarkanton. Basel-Land bezahlt den Betrag auf das Konto des Stadtkantons und dieser ist f\u00fcr die Verteilung verantwortlich. Auch diese Massnahme hilft im Landkanton Diskussionen um Unterst\u00fctzungsleistungen in der Stadt zu unterbinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehrfach betonten beide Regierungsr\u00e4tinnen, dass sie mit dem neuen Vertrag eine Entflechtung von Kultur und Politik anstreben. Die Kriterien f\u00fcr eine Unterst\u00fctzung sind folgende: die \u00abBesucherzahlen\u00bb, die Institution muss im \u00abprofessionellen, zeitgen\u00f6ssischen Kunstschaffen\u00bb t\u00e4tig sein, die Institution erh\u00e4lt einen regul\u00e4ren Betriebsbeitrag des Kanton Basel-Stadt, die Institution besch\u00e4ftigt ein \u00abeigenes Ensemble oder Orchester\u00bb bzw. ist per Leistungsauftrag Kooperationspartner und Spielst\u00e4tte f\u00fcr regionale Ensembles und Companies und sie besitzt nachweislich eine regionale Ausstrahlung. Genauere Kriterien wurden nicht genannt \u2013 auch nicht wer zum Beispiel bestimmt, was professionelles und zeitgen\u00f6ssisches Kunstschaffen ist oder wann die \u00abregionale Ausstrahlung\u00bb gegeben ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das eine politische Entflechtung der Unterst\u00fctzung von Kultur sinnvoll ist, wird sich noch zeigen. Mit dem vorgestellten System werden aber sicher allgemeine Diskussionen im Keim erstickt und ob gerade in der Kultur Beitrags-Entscheide aufgrund von statistischen Werten sinnvoll sind, ist mehr als fraglich. Das Statistische Amt wird ganz sicher einen Mehraufwand zur Erhebung der Besucherzahlen betreiben und ob diese Zahlen dann wirklich nur daf\u00fcr verwendet werden um dem Landkanton aufzuzeigen wer und warum er in der Stadt Gelder bekommt steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Die beiden Regierungsr\u00e4tinnen erkl\u00e4rten den Schritt mit der Statistik damit, dass dies bereits in anderen Kantonen so gemacht w\u00fcrde und das fr\u00fcher oder sp\u00e4ter national eine Anforderung zur Eidgen\u00f6ssischen Kulturunterst\u00fctzung werde. Kultur wird also vermessen und ausgewertet, nur damit es keine Diskussionen mehr gibt. Schade, denn Kultur lebt doch gerade vom Kontroversen und der Diskussion!<\/p>\n ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An der Medienkonferenz vom 17.12.2018 sind die Kulturdirektorin Monika Gschwind und Elisabeth Ackermann vereint aufgetreten. Sie haben\u00a0 den neuen Kulturvertrag der beiden Basel als den grossen Wurf dargestellt. Dabei ist der Vertrag noch gar nicht in trockenen T\u00fcchern. In beiden Kantonen hat erst die Vernehmlassung angefangen. In Basel-Stadt wurde diese an 36 Institutionen verteilt. 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